„Du hast jedes Recht, dich selbst glücklich zu machen.“ – Das "Eltern Zeit Buch" von Isabell Prophet

„Du hast jedes Recht, dich selbst glücklich zu machen.“ – Das "Eltern Zeit Buch" von Isabell Prophet

Ein Buch für das erste Jahr mit Kind – mit Fokus auf die Mutter. Das ist „Das Eltern Zeit Buch“ von Isabell Prophet. Der Schwerpunkt liegt dabei vor allem auf der Freizeit und auf dem Freiraum der Mütter (und Väter) während der Elternzeit. Denn selbst wenn man abgegeben hat, wenn man eine gleichberechtigte Partnerschaft lebt, wenn man sich Hilfe holt, bleibt eine weitere Herausforderung: die gewonnene me-time auch zu nutzen und zu genießen.

Freiräume finden

Die Autorin, die als Journalistin unter anderem für das SZ-Magazin und Spiegel Online schreibt, hat aus ihren eigenen Erfahrungen in der Elternzeit heraus das Buch geschrieben, dass sie selbst gerne gelesen hätte. Es geht darum den Freiraum zu vermehren, „ (…)ohne dass du deiner Familie Zeit wegnimmst.“ Um „ (…)Freizeitgestaltung, die Kraft und Freude bereitet, statt Energie zu kosten.“ (S.15.) Sie hat selbst erlebt, wie nahe Burn-out und Bore-out, also Über- und Unterforderung, in der Elternzeit beieinander liegen. In ihrem Elternzeitbuch zeigt Isabell Prophet, wie man sich dieses neue Leben so einrichten kann, dass die deutlich reduzierte Freizeit, die wenigen Freiräume, die man noch hat, so gestaltet, dass man daraus auch wirklich Kraft schöpfen kann.

Das heißt also: Es bringt wenig, dem vergangenen Leben hinterher zu trauern. Stattdessen kann man sich das neue Leben so einrichten, dass man auch als Mutter zufrieden damit ist. Weil Selbstfürsorge, und da sind wir uns einig, eben auch verdammt wichtig ist, um für andere Sorgen zu können.

Freie Zeit nutzen

Isabell Prohpet setzt ganz vorne an: Wofür brauchen wir eigentlich diese Zeit für uns? Zur Erholung, für unsere Freundschaften und unsere Partnerschaft, für unsere Gesundheit, aber auch, um zu lernen, um geistig gefordert zu sein. Und dann zeigt sie: Wie und wo finde ich diese Zeit im neuen Alltag mit Kind? Oft hadert man nämlich auch damit, so wenig Zeit zu haben, weil man die Freiräume gar nicht wahrnimmt. Weil man Pausen und Lücken dann doch wieder für das Naheliegendste, zum Beispiel den Haushalt, nutzt, oder aber die Zeit am Handy verdaddelt.

„Ich habe das Gefühl, keine Zeit zu haben, weil ich zu Beginn einer Pause nie weiß, wie lange sie dauern wird.“

Isabell Prophet: Das Eltern Zeit Buch, S.9

Sie ermutigt dazu, die Freizeitplanung strategisch anzugehen, wirklich zu identifizieren: Was möchte ich tun? Welche Zeiten habe ich für mich? Wie bringe ich beides zusammen? Hinzuhören, welche Bedürfnisse am dringendsten sind und diese auch zu befriedigen, so gut es geht. Damit aus vollen Tagen auch erfüllte Tage werden.

„Aber du musst deine Ansprüche nicht aufgeben. Du musst damit leben lernen, dass sie nicht immer erfüllt werden und gleichzeitig einfordern, dass du dich nicht allein um ihre Befriedigung kümmern musst.“

Isabell Prophet: Das Eltern Zeit Buch, S.56

Ein hilfreiches Buch für die Elternzeit

Ich habe mich von Anfang an in der Situation erkannt, die die Autorin beschreibt – im Rückblick auf meine Elternzeit aber auch jetzt aktuell. Wir wissen, dass viele Probleme, vor denen wir Mütter stehen, strukturell bedingt sind und nicht hausgemacht. Aber gegen andere kann man eben aktiv angehen. Auch ich klage so oft über mangelnde Zeit. Und ja: Sie ist Mangelware, sobald man Kinder hat. Aber die strategische Herangehensweise, die im Buch erläutert wird, hat mir geholfen, meine Prioritäten noch einmal zu überdenken und dazu geführt, dass ich zum Beispiel endlich wieder mit Yoga angefangen habe.

Übrigens ist das Buch auch wunderbar illustriert von Luise Wolf. Sie bringt die Kapitelgrafisch auf den Punkt und liefert so gute Übersichten über alle Inhalte.

Wer einer frischgebackenen Mama, einem frischgebackenen Papa oder vielleicht auch sich selbst, ein Geschenk machen möchte: Mit diesem Buch verschenkt man tatsächlich wertvolle Zeit!

Vor einiger Zeit war ich auch in Isabells Podcast „Rush Hour“ zu Gast, in dem wir über mütterliche Erschöpfung gesprochen haben und darüber, wie man Verantwortung abgeben kann, wenn alles zu viel wird. Hört doch mal rein: Zum Podcast.

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