Familien-Lifehacks

Familien-Lifehacks

Erst vor zwei Wochen haben wir hier ein Plädoyer für Selbstfürsorge gehalten, weil wir die selbstfürsorgliche Haltung von Müttern gerade jetzt für unverzichtbar halten. Selbstverständlich sehen wir Gesellschaft und Politik in der Verantwortung, grundlegende Rahmenbedingungen zu ändern. Familien und Kinder müssen mehr in den Fokus rücken, brauchen Unterstützung und Förderung. Wenn du akut überlastest bist und dich zusätzlich vielleicht noch Selbstvorwürfe plagen, hilft dir womöglich das Wissen, dass die Politik hier versagt. Wirklich entlasten tut es aber nicht. Dafür vielleicht der ein oder andere unserer Lifehacks für den Familienalltag.

Organisation & Planung

Meine berufliche Erfahrung zeigt deutlich: Planung und Struktur sind Gold wert im Familienalltag. Umso größer die Familie, umso wichtiger wird eine für alle sichtbare und nachvollziehbare Planung. Ein Wochenplan mit den fixen Terminen aller Familienmitglieder bietet einen guten Überblick und hilft euch, alle Verpflichtungen auf einen Blick auf dem Schirm zu haben. Arbeitet man mit Magneten und/oder Symbolen hilft es auch kleinen Kindern. Sie können sich dann besser orientieren und vorhersehen, was auf sie zukommt. Dadurch sind sie eher bereit zu kooperieren.

Gleichzeitig identifiziert ihr beim Aufstellen einer Wochenübersicht übervolle Tage und seht, an welchen Stellen ihr umstrukturieren könnt. Das Motto, besser alles auf einen Tag zu legen, damit dann alles erledigt ist, rächt sich im Bezug auf den Energiehaushalts für die restliche Woche. Verteilt daher die Termine aller lieber gleichmäßig über die Woche.

Plant auch eigentlich flexible Tätigkeiten wie „Wocheneinkauf“ und „Waschtag“, das gibt eurer Woche zusätzlich Struktur. Wie ihr diesen Wochenplan gestaltet – ob mit Magnetwand, auf einem Whiteboard, per Vorlage aus dem Internet oder via App (wenn die Kids alt genug sind) – bleibt völlig euch überlassen. Es lohnt sich aber auf jeden Fall.

Essen

Immer wieder berichten mir Familien, dass die tägliche Frage „Was koche ich heute?“ und das teilweise mehrmalige Einkaufen fahren in der Woche richtige Energiefresser sind. Ein Wochenspeiseplan oder ein ewiger Speiseplan leisten Abhilfe und helfen euch sogar dabei, Geld zu sparen und nachhaltiger zu leben. Ein Wochenspeiseplan ist ein offen gestalteter Plan, den ihr beispielsweise am Samstag beim gemeinsamen Frühstück erstellt. Im Anschluss daran könnt ihr den Wocheneinkauf entsprechend erledigen. Es empfiehlt sich die Speisen mit frischen Zutaten auf die an den Wocheneinkauf anschließenden Tage zu legen und die mit weniger verderblichen Zutaten ans Ende der Woche. Ein ewiger Speiseplan hingegen hat vordefinierte Speisekategorien pro Wochentag – gut, wen man mal gar keine Ideen (mehr) hat. Dann ist zum Beispiel Montag Suppentag und Mittwoch Pizzatag. Donnerstags gibt’s Nudelvariation und Freitag immer Fisch… Geht’s bei euch grad besonders chaotisch zu, kann das schon ziemlich hilfreich sein.

Sammelt eure Wochenspeisepläne, dann habt ihr langfristig was davon. Und für kleine Essensverweigerer: Einigt euch in der Familie auf ein Ausweichessen, das möglichst wenig Arbeit macht, Brotzeit oder eine Suppe.

Übergänge gestalten

Besonders mit Kleinkindern sind Übergange eine richtige Herausforderung und kosten alle Beteiligten richtig viel Kraft. Oftmals raufen sich die Eltern die Haare: Eigentlich will das Kind ja raus oder in die Kita und eigentlich ist es auch happy, wenn es dann am Bestimmungsort angekommen ist. Aber DORT HIN kommen ist quasi ein Ding der Unmöglichkeit. Hier kann euch die Wochenübersicht (s.o.) bereits eine Hilfe sein, wenn sie auch dem Kind eine gewisse Vorhersehbarkeit schenkt. Arbeitet ihr im Wochenplan mit Symbolen, kann sich auch das Kleinkind darin orientieren. Wir (Michèles Familie) arbeiten mit dem Wochenplaner und den Magneten von Wolff Kids (unbezahlte Werbung). Vorhersehbarkeit kann darüber hinaus auch durch rechtzeitige Ankündigung, akustische Signale wie ein Wecker oder das Ende eines Liedes, einer Sanduhr, das Ende einer Tätigkeit, eines Spiels, gewisse Tageseckpunkte wie Mittag- oder Abendessen usw. erreicht werden. Zu wissen, was als Nächstes passieren wird, wirkt sich positiv auf die Kooperationsbereitschaft aus.

Ordnung halten

„Ordnung ist das halbe Leben.“ Klingt furchtbar langweilig. Ist es auch. Nichtsdestotrotz ist es eine maßgebliche Erleichterung im Familienalltag. Achte darauf, dass die Dinge einen Ort haben, an den sie gehören (und was keinen zugewiesenen Ort hat, gehört in die Kramschublade :)) Kinder können mit abstrakten Anweisungen wie „Räum auf!“ noch wenig anfangen und brauchen klare Anweisungen, was wo hingehört. Geh mit gutem Beispiel voran und räum auf, was du nicht mehr verwendest, wann immer möglich. Gewöhne dir lieber an, am Abend noch einmal kurz durch die Wohnung zu wirbeln, um die schlimmsten Sachen (Duplo- und Lego-Stein) vom Boden aufzusammeln, als mehrfach am Tag deinen Kinder hinterher zu räumen. Diesen Kampf gegen Windmühlen darfst du gerne aufgeben, es kostet nur Kraft.

Entrümpeln

Weniger Zeug (Spielsachen, Kleidung, Tupper-Ware und und und) = viel weniger Chaos. Daher lohnt es sich wirklich sehr, zweimal im Jahr ordentlich zu entrümpeln. Kinderkleidung sogar laufend. Eine im Kinderzimmer bereitgestellte Box für die zu klein gewordenen Sachen erleichtert das fortlaufende Ausmisten. Ist die Kiste voll: ab in den Keller oder zur Freundin oder wohin auch immer. Hauptsache weg und durch eine neue Kiste ersetzt. Dein eigener Kleiderschrank platzt aus allen Nähten und viele Teile darin fallen in die Kategorie „vielleicht passe ich da irgendwann wieder rein“? Aussortieren. Spielsachen, mit denen nicht mehr gespielt wird? Mit dem Kind gemeinsam und in zwei Stufen ausmisten: erst in den Keller, dann wirklich weg. Vorausgesetzt, das ist möglich. Sonst mit dem Kind gemeinsam aussortieren und verschenken oder verkaufen. Es wird euch viel leichter fallen, Ordnung zu halten, wenn es weniger Dinge gibt, die Chaos verursachen können. Das wiederum erleichtert euren Familienalltag 🙂

Welche Tipps und Tricks helfen dir, Ruhe in den Familienalltag zu bringen und Zeit für dich und deine Selbstfürsorge zu finden? Erzähl uns und anderen Mamas davon in den Kommentaren!

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