Hilfe, ich vergifte mein Kind

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Schadstoffe und das schlechte Gewissen – Teil I

„Schadstoffe statt Gemüse im Babybrei“, „Sonnencreme für Babys – diese Produkte schaden Kindern und Umwelt“, „Gift im Spielzeug“ … Bestimmt hast du auch schon solche oder andere Schlagzeilen gelesen und sofort ein schlechtes Gewissen bekommen. Egal welche Kaufentscheidung du für dein Kind triffst, Schuldgefühle sind gratis dabei. Gehörst du wie wir zu den Müttern, die schon Stunden und Tage damit verbracht haben, die richtige Hautcreme, die gesündeste Matratze oder den „perfekten“ Babybrei zu recherchieren, nur um am Ende doch noch Angst zu haben, der Gesundheit ihres Kindes zu schaden? So wichtig es ist, auf diese Aspekte zu achten: Die Überinformation unserer Zeit verbunden mit den unsäglichen Click-Bait-Überschriften sorgt beim Thema „Schadstoffe“ für massive Verunsicherung gerade bei den Müttern, die besonders Wert darauf legen. Ein Teufelskreis, aus dem du ausbrechen kannst. Wir zeigen dir in einer kleinen Blogserie, wie du in Zukunft mit einer gesunden Vorsicht aber gutem Gewissen an die Sache herangehst.

Stellvertretend für so viele Alltagsprodukte werden wir Lebensmittel, Klamotten, Spielsachen und Kosmetika in den Blick nehmen. Unsere Tipps lassen sich auch auf andere Bereiche übertragen.

Druck bei Kinderernährung

Es lastet ein enormer Druck auf dir, dein Kind gesund zu ernähren. Dazu gehört heutzutage nicht nur die Frage, welche Nährstoffe enthalten sind oder wie viel Zucker man eigentlich erlaubt. Immer wichtiger wird es, die Herkunft der Lebensmittel zu kennen, Bio einzukaufen und bewusst zu konsumieren. Das ist eine gute Entwicklung, die aber auf mehreren Ebenen auch Druck macht und damit Schuldgefühle erzeugt. Zum einen ist es für viele Familien eine finanzielle Frage, wie sehr sie diese Aspekte beim Einkauf berücksichtigen können. Zum anderen kommt damit eben ein neuer „Du sollst…“-Satz dazu, der den Alltag prägt. Vor allem, wenn du gerade erst begonnen hast, dich damit auseinanderzusetzen ist es gar nicht so einfach, den Durchblick zu behalten. Ist jetzt regional besser, oder Bio aus Übersee? Welche Siegel stehen wofür und ist überhaupt Bio drin, wenn es draufsteht?

Die wenigsten von uns haben die Zeit, sich damit besonders intensiv auseinanderzusetzen. Dazu kommen dann die eingangs erwähnten Schlagzeilen, die immer wieder von besorgniserregenden Schadstofffen in bestimmten Nahrungsmitteln warnen, vor allem in Kindernahrung. Ob nun öko, bio oder konventionell. Während manch eine vielleicht wütend auf die Hersteller wird, nimmst du es dir womöglich zu Herzen und bekommst ein schlechtes Gewissen, weil du den Brei nicht selbst kochst und, und, und.

Aber: Wenn du Lebensmittel kaufst, die aus irgendeinem Blickwinkel „problematisch“ sein könnten (und das sind vermutlich sogar die meisten), dann hast du weder ein Gesetz gebrochen, noch war die Lieferkette ö.Ä. für dich kontrollierbar und in der Regel hat das auch keine dramatischen Auswirkungen. Hast du dich bewusst damit auseinandergesetzt, dann hast du sogar entsprechend deiner Werte und gut informiert gehandelt. Das Thema ist derart komplex, dass niemand hundertprozentig korrekt handeln kann. Das ist auch nicht nötig.

Lebensmittel – gut auf Schadstoffe kontrolliert

Die Lebensmittel werden bei uns strengstens kontrolliert und es gelangt nichts in die Läden, was wirklich akut gesundheitsgefährdend ist. Wenn doch, dann funktioniert das Rückrufsystem sehr gut. Gerade Säuglings- und Kindernahrung wird wahnsinnig streng kontrolliert und unterliegt der Diätverordnung. Die Hersteller haben sehr strikte Vorgaben, vor allem bezüglich der Schadstoffbelastung. Zudem ist bei Babygläschen die Zusammensetzung ganz klar geregelt und sie werden permanent geprüft.

Wenn du gerne bio und/oder öko kaufen möchtest, kannst du dich an bestimmten Siegeln orientieren. Der BUND gibt beispielsweise auf seiner Website eine gute Übersicht über Kennzeichnungen, denen man vertrauen und auf die man achten kann:

https://www.bund.net/massentierhaltung/haltungskennzeichnung/bio-siegel/

Deshalb raten wir dir:

Du setzt die Prioritäten

Suche dir also auch im Bereich Lebensmittel (und allen anderen, die wir hier behandeln) einen Experten oder eine Expertin, dem oder der du dein Vertrauen schenken kannst. Das kann in unserem Beispiel ein Siegel sein, ein Arzt oder eine Ärztin, ein Ernährungsberaterin oder ein Ernährungsberater, vielleicht auch ein Influencer oder eine Influencerin, wenn er oder sie denn gut ausgebildet und informiert ist. Hinterfrage das durchaus kritisch. Auch staatliche Institute informieren über Lebensmittelsicherheit. Liest du beunruhigende Nachrichten zum Thema Lebensmittel, dann informiere dich bei der Person oder Plattform deines Vertrauens, die du für dich ja bereits auf Glaubwürdigkeit geprüft hast, zu diesem Punkt. Das erspart dir endloses googlen und diverse ungeprüfte, vielleicht sogar grundfalsche Informationen, die deine Ängste und dein schlechtes Gewissen manchmal ganz zu Unrecht füttern.

Natürlich ist es auch möglich, dass du dich selbst noch mehr informierst, wenn du für dich und dein Kind kritischere Regeln definiert hast. Es ist, wie so vieles, eine Frage der Prioritäten – und die bestimmst du. Du musst aber kein schlechtes Gewissen haben, wenn du hierbei etwas weniger Energie investierst.

Hier findest du Teil II, III und IV unserer Reihe:

Schadstoffe in Kleidung und Spielsachen

Kosmetika: Weniger ist mehr

Nachhaltigkeit: Kompromisse sind möglich

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