Gemeinsame Elternschaft nach Trennung

Gemeinsame Elternschaft nach Trennung

Eine Trennung kommt nur selten ohne emotionale Verletzung aus, meist auf beiden Seiten. Das macht das schlechte Gewissen in diesem Fall so besonders komplex und den Umgang damit auch so kompliziert. Diese Verletzungen können der Grund sein, dass es euch schwerfällt, die positiven Seiten des anderen, auch in Bezug auf die Elternschaft, im Blick zu behalten. Die Wut und Enttäuschung färben den Blick erstmal dunkelrot und aus Selbstschutzgründen wird am anderen kein gutes Haar gelassen. Das kann vorkommen, muss aber nicht. Nicht alle Trennungen und Scheidungen enden im Rosenkrieg.

Wenn es Streit gibt

Wenn doch, dann brauchen alle Beteiligten Zeit und Hilfe. Professionelle Hilfe, die einen kühlen Kopf bewahrt, wenn ihr im Strudel der Emotionen gefangen seid. Mediationsangebote für in Trennung lebende Paare und Eltern, sowie unterstützende Angebote für das Kind, in denen seine Sorgen Raum finden können. Therapie oder Mediation können helfen, eine Ebene der Kommunikation zu finden, auf der man als Eltern weiter über das Kind im Gespräch bleiben kann. Eine von der Paarbeziehung und den Verletzungen losgelöste Ebene, die das Wohl des Kindes in den Mittelpunkt stellt.

Das heißt nicht, dass die eignen Gefühle unterdrückt oder hintenangestellt werden sollen. Auch du musst die Trennung erst verarbeiten und lernen, damit umzugehen. Gleichzeitig – und das klingt jetzt sicher sehr abstrakt und schwierig – ist es wichtig, diese beiden Dinge emotional voneinander zu trennen. Das ist wirklich schwierig! Doch auf jeden Fall der Mühe wert.

Und selbst wenn die Trennung nicht emotional hochexplosiv verläuft, kann ein Klärungsgespräch unter der Fahne „Wir bleiben Eltern“ sehr hilfreich sein. Lenkt die eigene und die gemeinsame  Aufmerksamkeit weg von:

„Wer ist schuld?!“

hin zu:

„Was können wir jetzt tun?“

Das Kind steht nach der Trennung an erster Stelle

Das gemeinsame Kind an die erste Stelle zu setzen, kann euch helfen, klar und ruhig zu bleiben. Eigenes auf die Seite zu schieben, für den Moment sogar herunterzuschlucken und am gemeinsam erklärten Ziel zu arbeiten. An einem Strang zu ziehen, wenn es darum geht, ein glückliches Scheidungskind zu haben. Das geht, das ist kein Widerspruch. Du hast das Leben und die Zukunft deiner Kinder nicht ruiniert, weil eure Beziehung zu Ende geht. Gleichzeitig musst du dir bewusst sein: Ihr könnt euch nur als Paar trennen. Getrennte Konten, Wohnungen, Besitztümer, vielleicht sogar neue Partnerschaften, alles was eben dazugehört. Durch euer Kind bleibt ihr jedoch immer verbunden. Mal abgesehen von extremen Gründen für die Auflösung einer Ehe, Partnerschaft und Familie (wie jegliche Form von Gewalt, Missbrauch und dergleichen), die das alleinige Sorgerecht und womöglich sogar ein Kontaktverbot nach sich ziehen und auf die wir hier nicht eingehen können. Dazu soll nur gesagt sein: Hast du dich und/oder dein Kind mit deiner Entscheidung vor einer wie auch immer gearteten Gefahr geschützt, dann war sie notwendig. Ein schlechtes Gewissen ist daher ganz unnötig. Vielmehr solltest du stolz auf deinen Mut sein.

Du möchtest noch mehr darüber erfahren, wie eine Trennung ohne zu viele Schuldgefühle über die Bühne gehen kann? Dann ließ auch nach in unserem Artikel „Hilfe, wir trennen uns“ oder im Gastbeitrag von Inke Hummel zum Thema „Wie spreche ich mit meinem Kind über Trennung?“

Mehr zum Thema „schlechtes Gewissen“ findest du außerdem in unserem Buch „Täglich grüßt das Schuldgefühl“

Und unsere Buchtipps zum Thema Trennung findest du hier.

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